Es ist soweit: Bis 1. April stellt Google alle Websites auf die sogenannten Mobile First-Indexierung um. Das bestätigt auch der Search Advocate von Google auf Twitter (@JohnMu):

That’s approximately the target. We don’t have a critical reason to reach any particular cut-off date, so it could be that the remaining sites are a bit spread out, some earlier, some a little bit later.

Aber was bedeutet eigentlich Indexierung? Und was bitte ist die Mobile First-Indexierung?

Back to the basics: Was ist der Google Index?

Mit dem Google Index werden alle von der Suchmaschine erkannten, spricht gecrawlte und gespeicherte Websites bezeichnet. Nur diese werden bei einer Suche angezeigt. Der Google Index ist höchst dynamisch – neue Websites kommen dazu, andere werden entfernt. Und er ist nicht alphabetisch aufgebaut, sondern nach verschiedenen Rankingkriterien, die sich laufend ändern und nach denen die Seiten bei einer Suche ausgeliefert werden. Wie? Das ist ein streng gehütetes Geheimnis von Google.

Alles neu macht der März: Mobile First-Indexierung

Ganz so neu ist die Mobile First-Indexierung nicht. Bereits im November 2016 hat Google angekündigt, der mobilen Version einer Website mehr Beachtung zu schenken. Seither wird mobil optimierter Content bereits bevorzugt behandelt und trägt zu einem besseren Ranking bei.

Ursprünglich sollte die Mobile First-Indexierung für alle Websites bereits im September 2020 aktiviert werden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Zeitrahmen bis Ende März 2021 verlängert.

Ab 1. April gilt: Jedes Unternehmen, das weiter über Google gefunden werden will, muss eine (gute) mobile Website haben.

Denn wie der Name verrät, bewertet Google nun Websites ausschließlich auf Basis ihrer mobilen Version – während zuvor die Desktop-Version zur Indexierung herangezogen wurde. Es gibt aber weiterhin nur einen einzigen Index – für mobil und Desktop gemeinsam.

Damit ändert sich streng genommen „nur“ die Art und Weise, wie Google neue Inhalte verarbeitet, nämlich komplett mobil. Informationen, die der „mobile“ Crawler nicht angezeigt bekommt, werden auch nicht im Ranking berücksichtigt – unabhängig davon, ob sie möglicherweise in der Desktop-Version verfügbar sind.

Die Mobile First-Indexierung ist damit die logische Folge der steigenden Nutzung und damit der wachsenden Suchanfragen über mobile Geräte.

Für Fortgeschrittene: Hier geht es direkt zu den Best-Practices für die Mobile First-Indexierung von Google.

Handlungsbedarf? Was ist zu tun bis zum 1. April?

Die Einführung der Mobile First-Indexierung betrifft prinzipiell alle Websites. Allerdings herrscht trotzdem kein Grund zur Panik.

Alle Unternehmen, die eine Website im modernen Responsive Design haben und dieses gut umgesetzt ist, sind soweit schon mal auf einem guten Weg.

Kurz erklärt: Responsive Design bedeutet, dass eine Website je nach Bildschirmgröße anders dargestellt wird, um die Besucher- und Mobilfreundlichkeit (Mobile Friendliness) auf allen Geräten zu gewährleisten. 

Falsche Freunde? Mobile Friendliness und Mobile First-Indexierung sind nicht dasselbe, arbeiten aber zusammen.

Der Faktor Mobile Friendliness ist bereits seit April 2015 ein Rankingfaktor für Google. Responsive Design stellt sicher, dass mobile Besucher eine Website problemlos mit dem Smartphone nutzen können.

Die „neue“ Mobile First-Indexierung setzt allerdings einen Schritt vorher an. Sie bezieht sich immer auf den Inhalt einer Website, der bei einer Suche als mögliches Ergebnis herangezogen wird. Und das eben mobil.

Dort knüpft dann der Rankingfaktor Mobile Friendliness an. Erst bei der Sortierung der möglichen Ergebnisse nach Relevanz und Qualität sorgt er für ein besseres Ranking von Websites, die mobilfreundlich sind.

Ihre Website hat ein Responsive Design – können Sie sich nun zurücklehnen? NEIN! Denn mobil gut, heißt noch lange nicht mobil optimiert? Gerne machen wir Sie einen mobilen Fitness-Check Ihrer Website!

Wer jetzt sofort was tun sollte

  • Sie haben noch keine Website im modernen Responsive Design (oder eine AMP_version, also Accelerated Mobile Page)?
  • Sie haben gar keine mobile Version?
  • Sie bieten die mobile und Desktop-Variante auf zwei verschiedenen Websites an?
  • Ihre mobile Version unterscheidet sich stark von Ihrer Desktop-Version?

Am 1. April ist der Zug abgefahren! Lassen Sie uns noch heute reden!

Fazit: Die Mobile First-Indexierung ist ein Schreckgespenst, das keines zu sein braucht. Sie spiegelt die Entwicklung der letzten Jahre und erfordert „einfach“, dass wir dieses Umdenken auch in Websites einfließen lassen. Auch in Zukunft wird Google weiter neue Maßstäbe einführen, um den Suchenden bestmögliche Antworten im Internet zu liefern. Wir halten Sie auf dem Laufenden!